Die Projekt AG – Ein Beitrag zur Begabtenförderung am ESG

Im dritten Jahr der Projekt AG am ESG stand das Benefiz-Fußballturnier Mitte Mai im Vordergrund. Frau Elsässer fragte die AG an, Teil des Nebenprogramms zu sein. Nach einer kurzen Besprechung stimmten die fünf Mitglieder dafür. Der modulare Escape-Room, den die Schüler letztes Jahr entwickelt hatten, sollte nun an diese Gegebenheiten angepasst und dafür vorbereitet werden.

Somit stand zu Anfang die Wahl, welche der Module in welcher Form für die Sporthalle angepasst werden können. Damit verknüpft die Frage, wie sollten die Module miteinander zusammenhängen. Sollte es z.B. eine feste Reihenfolge geben, oder sollten die Räume unabhängig voneinander besuchbar sein. Diese Fragen wurden innerhalb der ersten Monate mehrfach so – und dann wieder andersrum beantwortet. Trotzdem wurde bei jeder neuen Überlegung die Vorstellung konkreter und die Umsetzung genauer. Am Ende wurde die flexible Variante gewählt, um die Besucher besser verteilen zu können.

An den Modulen selbst achteten die Schüler darauf, eine vielseitige Form von Rätseln zu präsentieren. Es gab reine Zahlenrätsel, ein „Fühl“-Rätsel zur Braille-Schrift, ein Text verwies auf einen Plüschteddy, den man öffnen musste, ein programmiertes Rätsel, bei dem man eine Farbfolge „nachdrücken“ musste, ein Computer-Video-Rätsel zum Periodensystem, und – als Highlight – ein Mixrätsel mit echten „Chemikalien“.

Das letzte war den Schülern besonders wichtig. Sie suchten somit eigenständig Hilfe bei Frau Böhm, die mit ihnen mögliche Experimente abklärte, die Durchführung erarbeitete und die Sicherheitsvorkehrungen besprach. Als „Chemikalien“ wurden somit Essig, Zitronensäure und eine leichte Lauge verwendet – alles ungefährliche Haushaltsmittel. Nichtsdestotrotz wurden – nicht zuletzt des Effektes wegen – sowohl Schutzbrillen als auch Handschuhe und Schutzkittel vorbereitet.

Auch die restliche Aufmachung der Räume wurde im Laufe der Zeit angesprochen. Alles sollte im apokalyptischen Labor-Stil gestaltet werden, passend zur Hintergrundgeschichte der Rätsel. Um auf einfache Weise viel Effekt zu erzielen, sollten große Leinwände die gewünschte Atmosphäre erzeugen. Allerdings fehlte den Schüler die Expertise und das Material. Deswegen baten sie bei Herrn König um Unterstützung. Dieser klärte daraufhin mit den Schülern ihre Vorstellungen und machte Vorschläge für eine passende Umsetzung. Es wurden durch ihn insgesamt sechs Leinwände erstellt, die am Ende genutzt wurden. Dazu kamen noch kleinere, fiktive Tagebucheinträge und fiktive wissenschaftliche Formeln, die wild in den Räumen verteilt wurden, um Stimmung zu erzeugen.

Zu guter Letzt musste noch die Infrastruktur geklärt werden, z.B. ob es Preise geben sollte, wie die Besucher sortiert und verteilt werden sollten, wer wann die besuchten Räume wieder herrichtet, die meisten Aufgaben und Probleme wurden aber – wie erwartet – am Ende spontan vor Ort gelöst. Die Vorbereitungen begannen schon am Freitagnachmittag und dauerten bis zum frühen Abend. Es mussten Stellwände und die Materialien zur Halle im Grüner gebracht und aufgebaut werden. Glücklicherweise half Frau Fröschle mit ihrem Bus beim Transport.

Der Samstag selbst war ein voller Erfolg. Die drei Escape-Rooms waren von 10 bis 16 Uhr praktisch durchgehend belegt und manch einer wartete bis zu einer Stunde freiwillig darauf, noch einen weiteren Raum machen zu dürfen. Jeder Besucher hinterließ sehr positives Feedback! Zudem haben sich bei manchen Schülern Stärken gezeigt, die vorher nicht sichtbar waren. Wie z.B. flexibles und spontanes Handeln und Problemlösen.

Die Schüler haben dieses Jahr viele pragmatische Kompetenzen geschult, z.B. gutes Zeitmanagement, langfristiges Denken und Teamarbeit; aber natürlich auch fachliche Kompetenzen, z.B. aus den Bereichen Programmieren, Chemie und Gestaltung. Abschließend kann ich wieder nur festhalten, dass das Ziel einer Begabten AG erreicht, wurde: Begabte Schüler wurden in vielfältiger Weise gefördert, wie es innerhalb der traditionellen Unterrichtsstruktur nicht möglich ist.

Bretten, 2.7.2026

Andreas Wolff

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